Positionspapiere zur Situation in der Pflege

Die momentan diskutierten Meinungen im Bündnis zur aktuellen Situation in der Pflege haben wir in zwei Positionspapieren festgehalten.

Das erste Papier wurde bei mehreren Treffen des Bündnisses besprochen und stellt den aktuellen Stand der Diskussionen im Bündnis dar. Der Text ist im Link einsehbar:

Der zweite Text stammt von kollektiv.26 -Autonome Gruppe Ulm. Die Gruppe ist Teil des Bündnisses. Es handelt sich um eine detailliertere Ausarbeitung, die sich mit den Positionen im Bündnis weitestgehend deckt.


Pflege-Bündnis in Aktion

Mit der Aktion „Geld oder Pflegen – Rendite oder Leben“ ist das Ulmer Bündnis für die Pflege am 21.11. an die Öffentlichkeit getreten. Das Bündnis hat mit einer Straßenaktion und einem ökumenischen Gottesdienst auf den wirtschaftlichen Druck im Gesundheitssystem und seine Auswirkungen auf die Pflege aufmerksam gemacht.

Bett und Bus am Buß- und Bettag

Ein Pflegebett auf dem Sophie-Scholl-Platz, das gibt es nicht alle Tage. Der Blickfänger in Ulms neuer Mitte sollte die Passanten auf die Aktion des Ulmer Bündnis für die Pflege aufmerksam machen.

Am Stand selbst  gab es dann Mitmach-Aktionen, wie z.B. das Pillen-Roulette. Hier mussten die interessierten Passanten unter Zeitdruck und mit Störfaktoren Medikamente zuteilen. „Pflegekräfte müssen oft unter hohem Zeitdruck und im Stress höchst verantwortungsvolle Tätigkeiten verrichten. Eine Verwechslung z.B. von Medikamenten kann gravierende Folgen haben. Wir Pflegekräfte brauchen für unsere Arbeit mehr Zeit und weniger belastende Arbeitsbedingungen“, so einer der Aktivisten.

Das Pillen-Roulette

Dass der Einsatz für eine bessere Pflege nicht nur Sache der Beschäftigten selbst ist, darauf möchte das Bündnis aufmerksam machen. „Pflege geht uns alle an. Wir als Gesellschaft müssen uns fragen, wie viel uns die Pflege der alten, kranken und hilfsbedürftigen Menschen wert sein soll. Wir vom Bündnis meinen: Sie muss uns allen mehr wert sein“, sagt Jo Aubele von der Fachstelle Jugend.Arbeit.Bildung, einer der Bündnispartner.

TeilnehmerInnen der Aktion

„Mehr Wertschätzung für die Pflege“, diesem Thema folgte auch ein ökumenischer Gottesdienst, der am Abend in der Ulmer Lukasgemeinde stattfand. Pflegekräfte, Evangelische Klinikseelsorge, katholische Betriebsseelsorge und die Lukasgemeinde gestalteten den Gottesdienst am Abend des Buß- und Bettag. Der Termin für die Aktion war nicht zufällig – der Buß- und Bettag wurde deshalb gewählt, weil er als gesetzlicher Feiertag zur Finanzierung des Arbeitnehmeranteils der Pflegeversicherung abgeschafft wurde.

Das Ulmer Bündnis für die Pflege möchte in Zukunft Menschen und Organisationen, die in der Pflege unterwegs sind, vernetzen und die Situation der Beschäftigten in ambulanter und stationärer Pflege, aber auch von pflegenden Angehörigen mit Aktionen und Veranstaltungen in die lokale Öffentlichkeit tragen.

Ein Video von der Aktion findet sich hier


Straßenaktion zum Buß- und Bettag

Am kommenden Mittwoch findet ab 12:00 Uhr in der Neuen Mitte in Ulm der Aktionstag für gute Pflege statt.

Dieser Tag wurde vor einigen Jahren zur Finanzierung der Pflegeversicherung gestrichen, leider vergebens. Umso mehr stellt sich die Frage, wieso Pflegekonzerne steigende Renditen verbuchen und warum immer noch mehr Pflegende und Ihre Klienten mit immer schwierigeren Arbeitsbedingungen dafür in der Pflege büßen müssen. Mit einer Straßenaktion wollen wir die Bevölkerung dafür  sensibilisieren und wollen Solidarität mit den MitarbeiterInnen zeigen.

Zudem wollen wir zeigen, dass es ein immer breiteres Bündnis von Einzelpersonen und Gruppierungen der Zivilgesellschaft gibt, die diese Zustände so nicht mehr hinnehmen werden und sich deswegen für menschengerechtere Bedingungen in der Pflege engagieren.

Unsere Straßenaktion mit dem Titel „Geld oder Pflegen – Rendite oder Leben“ findet vor dem Rathaus in der Neuen Mitte (beim roten Wolf) statt.

Selbsthilfegruppe für berufliche Pflegende

 Gemeinschaft als Kraft-Ort

Das Thema „Pflegenotstand“ ist ein immer größer werdendes Thema in vielen Pflegeinstitutionen. Auch in den Medien und der Politik wird aktuell immer mehr über die Missstände berichtet. Das Ziel dieser neuen Selbsthilfegruppe ist es, beruflich Pflegende zu stärken und sich mehr zu vernetzen. Ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen wie sie aus der kollektiven Pflegedepression hinaussteigen und ein neues Pflegeselbstbewusstsein entwickeln können.

Themen wie ein Recht auf gute Einarbeitung und Arbeitssicherheit, sowie Arbeitnehmerrechtsschutz stehen im Mittelpunkt. Die Selbstpflege wird dabei einen wichtigen Teil einnehmen durch Beratung und Coaching von eingeladenen Fachpersonen zu Wunsch-Themen z.B. : Gehaltsverhandlungen, Selbstbewusstsein, Burnout Prophylaxen, Gefährdungsanzeigen, Umgang mit Kollegen im Team.

Die Selbsthilfegruppe soll ein Kraft-Ort der Gemeinschaft sein, in dem man sich über ethische Probleme, Fehler, Missstände und auch positive Momente im Pflegealltag außerhalt der Pflegeeinrichtung austauschen kann.Das Gründungstreffen der Selbsthilfegruppe fand am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 um 19:00 Uhr statt. Es waren 9 Teilnehmer dabei, die sich intensiv 2 Stunden austauschten und Schwerpunkte für die zukünftige Gruppenarbeit festgelegten.

Infos zum nächsten Termin finden sich hier auf der Homepage.

Vorausblick: Thema im Januar 2019, „Ein Pflegedienst der in Zeiten des Pflegenotstandes keine Werbung um MA und Kunden machen muss??? Gibt es das?“ Das Geheimrezept wird von einer Pflegedienstinhaberin aus Langenau vorgestellt.

Im Dezember findet kein Treffen statt.

Jede Pflegekraft und auch PDLs sind herzlich willkommen!
Einfach auch unangemeldet spotan vorbei kommen 🙂 Bei Fragen zur Gruppe dürfen Sie sich an die Gruppenleitung Carolyn Thomas wenden: Tel:0174-3233769


Geld oder Pflegen – Rendite oder Leben

Gottesdienst am Buß- und Bettag zur Situation in der Pflege

Der Buß- und Bettagsgottesdienst am 21.11. um 19 Uhr in der Lukaskirche widmet sich in diesem Jahr dem Thema Pflege. Unter dem Titel „Geld oder Pflegen“ nehmen wir die zunehmende Verwirtschaftlichung der öffentlichen Pflegeversorgung in den Fokus. Das enge finanzielle Korsett der häuslichen und stationären Pflege und die ökonomische Verwertbarkeit der Kranken- und Altenversorgung stehen in der Kritik.

Im Gottesdienst kommen Vertreterinnen des neu gegründeten Ulmer Bündnis für die Pflege zu Wort und Pfarrer Martin Enz, Leiter der Klinikseelsorge Ulm wird predigen zu: „Ich habe keinen Menschen“ (Joh 5,7). Der Buß- und Bettag wurde für die Finanzierung der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag abgeschafft. Auch deshalb halten wir in diesem Jahr inne und lenken den Blick auf die Situation der Beschäftigten und der Betroffenen im Pflegebereich.

Aktionsplanung

Am 19.10. hat sich eine kleine Gruppe aus dem Bündnis zur Vorbereitung der Straßenaktion mit dem Titel „Geld oder Pflegen – Rendite oder Leben“ getroffen. Die Aktion soll wie angekündigt am 21.11. von 12 bis 14 Uhr auf dem Platz vor dem Ulmer Rathaus stattfinden.Dafür eine Bitte vorweg:Weil einige Pflegekräfte, die bisher im Bündnis engagiert sind, bei der Aktion nicht können, habe ich noch eine Bitte: Die Aktionen funktionieren vor allem dann, wenn Pflegekräfte aus ihrem Alltag und ihrer Arbeitssituation berichten können.

Wir vom Vorbereitungsteam freuen uns, wenn ihr noch Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege zum Mitmachen motiviert!

Kongress der Initiative Krankenhaus statt Fabrik

Einige aus dem Bündnis waren beim Kongress unter dem Motto „Was kommt nach den DRG’s?“ in Stuttgart und haben interessante Infos über alternative Finanzierungsmodelle zur bestehenden Krankenhaus-Finanzierung bekommen. Wir werden die Infos nach
der Aktion bei Gelegenheit ins Bündnis einspeisen.

In anderen Bundesländern laufen gerade Volksbegehren für eine bessere Pflege. Auch darüber werden wir informieren.

Diskussionsabend Thema Pflege

Hilde Mattheis (MdB) und Alexander Jorde wollen bei einem
Diskussionsabend zusammen mit dem Publikum Fragen rund um die aktuelle Situation in der Pflege besprechen. Termin ist der kommende Freitag, 19. Oktober um 17 Uhr im Ratskeller Ulm (im Rathaus).

Das Thema Pflege rückte durch den TV-Auftritt des Pflege-Azubis
Alexander Jorde, in dem er Angela Merkel auf die Missstände in der
Pflege aufmerksam machte, in den Fokus des Bundestagswahlkampfes 2017. Wie müssen konkrete Reformen in der Pflegeversicherung aussehen? Welche Verbesserungen sind nötig, um gute und menschenwürdige Pflege zu ermöglichen – für die Pflegebedürftigen sowie für die Beschäftigten?

Mattheis und Jorde werden diese Fragen mit dem Publikum diskutieren. Hilde Mattheis ist im Bundestag in der Arbeitsgruppe Gesundheitspolitik der SPD.